

Weißer Tee gilt als besonders mild und sanft. Viele Menschen gehen deshalb davon aus, dass weißer Tee kein oder kaum Koffein enthält. Ganz stimmt das jedoch nicht. Auch weißer Tee enthält Koffein, allerdings oft in einer anderen Menge und mit einer anderen Wirkung als bei grünem oder schwarzem Tee.
Wer sich mit dem Thema weißer Tee Koffein beschäftigt, sucht meist nach einer ehrlichen Einordnung: Ist weißer Tee eine koffeinarme Alternative, wie stark wirkt er und eignet er sich vielleicht sogar am Abend? Genau diese Fragen klärt dieser Beitrag Schritt für Schritt.
Ziel ist keine Schönfärberei, sondern eine realistische Einschätzung. Weißer Tee ist weder koffeinfrei noch automatisch „besser“, aber er nimmt im Vergleich zu anderen Teesorten eine besondere Rolle ein.

Ja, weißer Tee enthält Koffein. Der Grund dafür ist einfach: Weißer Tee wird wie grüner, schwarzer oder Oolong-Tee aus der gleichen Teepflanze hergestellt, der Camellia sinensis. Koffein ist ein natürlicher Bestandteil dieser Pflanze und verschwindet nicht durch eine schonendere Verarbeitung.
Der Unterschied liegt nicht darin, ob Koffein enthalten ist, sondern wie viel und wie es wirkt. Weißer Tee wird besonders wenig verarbeitet und besteht häufig aus jungen Knospen und zarten Blättern. Das beeinflusst sowohl den Geschmack als auch den Koffeingehalt.
Koffein dient der Teepflanze als natürlicher Schutzstoff. Besonders junge Blätter und Knospen enthalten davon nicht zwingend weniger, sondern teilweise sogar mehr. Deshalb ist es ein Irrtum zu glauben, dass weißer Tee automatisch extrem koffeinarm ist.
Entscheidend ist:
Der tatsächliche Koffeingehalt entsteht also aus dem Zusammenspiel mehrerer Faktoren.

Im direkten Vergleich liegt weißer Tee beim Koffeingehalt meist unter schwarzem Tee, aber oft auf einem ähnlichen Niveau wie milder grüner Tee. Die folgenden Werte sind Durchschnittswerte und dienen der Orientierung.
| Teeart | Koffein pro Tasse (200 ml) |
|---|---|
| Weißer Tee | ca. 15–30 mg |
| Grüner Tee | ca. 20–40 mg |
| Oolong Tee | ca. 30–50 mg |
| Schwarzer Tee | ca. 40–70 mg |
| Kaffee | ca. 80–100 mg |
Diese Zahlen zeigen: Weißer Tee enthält Koffein, aber in der Regel weniger als schwarzer Tee und deutlich weniger als Kaffee.
Wichtig ist dabei, dass es sich um Richtwerte handelt. Je nach Sorte, Ernte und Zubereitung kann der tatsächliche Wert spürbar abweichen.
Neben der reinen Menge ist vor allem die Wirkung des Koffeins entscheidend. Viele Menschen empfinden weißer Tee als deutlich sanfter, obwohl er Koffein enthält. Das liegt an der natürlichen Zusammensetzung des Tees.
Das Koffein im weißen Tee ist an Gerbstoffe und Polyphenole gebunden. Dadurch wird es langsamer freigesetzt als bei Kaffee. Die Wirkung setzt verzögert ein und hält oft länger an, ohne starke Spitzen zu verursachen.
Typische Rückmeldungen sind:
Im Vergleich zu Kaffee wirkt das Koffein aus weißem Tee meist subtiler. Während Kaffee schnell stimuliert und ebenso schnell abflacht, entfaltet weißer Tee seine Wirkung gleichmäßiger. Genau deshalb wird weißer Tee häufig als angenehme Alternative im Alltag beschrieben.
Der Koffeingehalt von weißem Tee ist nicht fix, sondern hängt stark von der Zubereitung ab. Wer sensibel auf Koffein reagiert, kann durch kleine Anpassungen viel steuern.
Je länger weißer Tee zieht, desto mehr Koffein geht ins Wasser über. Kurze Ziehzeiten reduzieren die aufgenommene Menge deutlich.
Heißeres Wasser löst mehr Koffein. Weißer Tee wird idealerweise mit 70–80 °C aufgegossen, nicht mit kochendem Wasser.
Mehr Blattmaterial bedeutet automatisch mehr Koffein. Gerade hochwertige weiße Tees sind ergiebig und benötigen weniger Gramm pro Tasse.
Beim ersten Aufguss wird ein großer Teil des Koffeins gelöst. Zweite oder dritte Aufgüsse enthalten spürbar weniger Koffein und eignen sich gut für empfindliche Personen.
Praxis-Tipp:
Wer weißen Tee genießen möchte, aber auf Koffein achten will, nutzt kurze Ziehzeiten und mehrere Aufgüsse.
Ob weißer Tee am Abend geeignet ist, hängt stark von der individuellen Koffeinempfindlichkeit ab. Grundsätzlich gilt: Weißer Tee ist nicht koffeinfrei, aber oft verträglicher als schwarzer Tee oder Kaffee.
In diesen Fällen sind koffeinfreie Kräuter- oder Früchtetees die bessere Wahl.
Weißer Tee enthält Koffein, aber in der Regel weniger und sanfter wirkend als schwarzer Tee oder Kaffee. Er eignet sich gut für Menschen, die eine milde, ausgewogene Anregung suchen und ihren Koffeinkonsum bewusst steuern möchten.
Durch kurze Ziehzeiten, niedrigere Temperaturen und Mehrfachaufgüsse lässt sich der Koffeingehalt gezielt reduzieren. Wer diese Faktoren berücksichtigt, kann weißen Tee flexibel in den Alltag integrieren, auch am Nachmittag oder frühen Abend.
Für alle, die sich generell mit hochwertigen Tees, ihrer Wirkung und der richtigen Zubereitung beschäftigen, lohnt sich ein Blick in weitere Wissensartikel rund um Tee bei Harmonitea. Dort findest du auch vertiefende Beiträge zu grünem Tee, Schwarztee und koffeinfreien Alternativen.
Oft ja, aber nicht immer. Der Koffeingehalt hängt stärker von Sorte und Zubereitung ab als von der Teeart allein. Ein stark aufgegossener weißer Tee kann mehr Koffein enthalten als ein mild zubereiteter grüner Tee.
Nein. Weißer Tee enthält immer Koffein, da er aus der Teepflanze hergestellt wird. Wer komplett auf Koffein verzichten möchte, sollte zu Kräuter- oder Früchtetees greifen.
Ja, aber meist sanfter als Kaffee oder schwarzer Tee. Viele empfinden die Wirkung als gleichmäßiger und angenehmer.
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