Was ist Earl Grey eigentlich?

Earl Grey ist kein eigener Tee im botanischen Sinne, sondern ein aromatisierter Schwarztee. Das charakteristische Merkmal ist das Aroma der Bergamotte, einer Zitrusfrucht, die dem Tee seine frische, leicht herbe Zitrusnote verleiht.

Die Basis von Earl Grey besteht fast immer aus klassischem Schwarztee. Häufig verwendete Sorten sind:

  • Ceylon-Tee (Sri Lanka) – eher ausgewogen und frisch
  • Assam-Tee (Indien) – kräftiger, malziger Charakter
  • seltener Darjeeling-Anteile oder chinesische Schwarztees

Wichtig für das Verständnis:

Das Koffein im Earl Grey stammt ausschließlich aus dem Schwarztee, nicht aus der Bergamotte. Das Aroma beeinflusst Geschmack und Wahrnehmung, aber nicht den physiologischen Koffeingehalt.

Historisch geht der Name Earl Grey auf Charles Grey, den britischen Premierminister des 19. Jahrhunderts, zurück. Die genaue Entstehungsgeschichte ist zwar nicht eindeutig belegt, doch Earl Grey entwickelte sich schnell zu einem festen Bestandteil der britischen Teekultur.

Enthält Earl Grey Tee Koffein?

Vergleich des Koffeingehalts von Earl Grey Tee, Schwarztee, Grüntee und Kaffee

Ja – Earl Grey enthält Koffein. Da er auf Schwarztee basiert, gehört er zu den koffeinhaltigen Teesorten.

Im Durchschnitt enthält eine Tasse Earl Grey:

  • ca. 40–60 mg Koffein pro Tasse (200–250 ml)

Damit liegt Earl Grey:

  • unter Kaffee (meist 80–120 mg pro Tasse),
  • auf einem ähnlichen Niveau wie klassischer Schwarztee,
  • deutlich über Grüntee, der meist 20–40 mg enthält.

Ein wichtiger Punkt für die Einordnung:

Koffein aus Tee wirkt oft gleichmäßiger und weniger „nervös“ als aus Kaffee. Das liegt an der Kombination aus Koffein und L-Theanin, einer natürlichen Aminosäure im Teeblatt, die die stimulierende Wirkung abmildert.

Viele Menschen empfinden Earl Grey daher als:

  • wach machend,
  • aber weniger hektisch als Kaffee.

Wichtig: Auch wenn Earl Grey oft „leichter“ wirkt, ist er nicht koffeinfrei und daher für sehr koffeinsensible Personen oder den späten Abend nur eingeschränkt geeignet.

Wie viel Koffein ist in Earl Grey enthalten? (Übersicht & Tabelle)

Der genaue Koffeingehalt von Earl Grey ist nicht fix, sondern variiert je nach Teebasis, Blattgrad und Zubereitung. Dennoch lassen sich realistische Richtwerte angeben.

Durchschnittliche Koffeinwerte im Überblick

Klassischer Earl Grey (Schwarztee)
40–60 mg pro Tasse
Earl Grey mit hohem Assam-Anteil
bis ca. 70 mg pro Tasse
Earl Grey aus Ceylon-Tee
40–55 mg pro Tasse
Earl Grey aus Grüntee
20–40 mg pro Tasse
Entkoffeinierter Earl Grey
2–5 mg pro Tasse
Rooibos „Earl Grey Art“
0 mg pro Tasse
Hinweis: Richtwerte. Koffein hängt u. a. von Dosierung, Ziehzeit und Blattgrad ab.

Warum diese Schwankungen normal sind

Der Koffeingehalt hängt unter anderem ab von:

  • der verwendeten Schwarztee-Sorte,
  • der Blattgröße (ganze Blätter vs. gebrochene Tees),
  • der Dosierung,
  • der Ziehzeit und Wassertemperatur.

Deshalb können zwei Earl-Grey-Tees trotz gleichen Namens spürbar unterschiedlich wirken.

Welche Faktoren beeinflussen den Koffeingehalt von Earl Grey?

Loser Earl Grey Tee mit Schwarzteeblättern und Bergamotte neben einer Tasse frisch aufgebrühtem Tee

Der Koffeingehalt von Earl Grey ist kein fixer Wert. Er hängt von mehreren Faktoren ab, die im Alltag oft unterschätzt werden. Genau deshalb kann derselbe Tee bei unterschiedlichen Personen oder Zubereitungen sehr verschieden wirken.

Teebasis und Mischung

Nicht jeder Earl Grey basiert auf derselben Schwarztee-Grundlage:

  • Assam-lastige Blends enthalten meist mehr Koffein
  • Ceylon-basierte Earl Greys liegen im mittleren Bereich
  • Mischungen mit vielen jungen Blattknospen („Tips“) können ebenfalls koffeinstärker sein

Blattgrad (lose Blätter vs. Teebeutel)

  • Gebrochene Tees / Teebeutel geben Koffein schneller ab
  • Ganze, lose Teeblätter extrahieren langsamer und oft gleichmäßiger

Das erklärt, warum Earl Grey aus dem Teebeutel häufig „stärker kickt“ als loser Tee, selbst bei gleicher Menge.

Ziehzeit und Wassertemperatur

Einer der wichtigsten Hebel:

  • kurze Ziehzeit (2–3 Minuten) → deutlich weniger Koffein
  • lange Ziehzeit (4–5 Minuten) → spürbar mehr Koffein
  • sehr heißes Wasser (nahe 100 °C) verstärkt die Extraktion zusätzlich

Wer Earl Grey liebt, aber empfindlich auf Koffein reagiert, kann hier gezielt steuern.

Warum wirkt Koffein aus Tee oft anders als aus Kaffee?

Viele Menschen berichten, dass Earl Grey zwar wach macht, aber nicht so „nervös“ oder hektisch wirkt wie Kaffee. Das ist keine Einbildung.

Der Grund liegt in der Kombination aus:

  • Koffein
  • L-Theanin, einer natürlichen Aminosäure im Teeblatt

L-Theanin wirkt beruhigend auf das Nervensystem und verlangsamt die Aufnahme des Koffeins. Dadurch entsteht ein gleichmäßigeres Wachheitsgefühl, weniger Zittern und weniger abruptes „Auf und Ab“.

Gerade bei Earl Grey kommt hinzu, dass die Bergamotte-Note sensorisch als erfrischend wahrgenommen wird. Das kann den Tee mental wacher erscheinen lassen, obwohl der tatsächliche Koffeingehalt nicht höher ist als bei anderem Schwarztee.

Das macht Earl Grey für viele zur beliebten Alternative zum Nachmittagskaffee.

Gibt es Earl Grey mit wenig oder ganz ohne Koffein?

Entkoffeinierter Earl Grey

  • enthält meist nur 2–5 mg Koffein pro Tasse
  • nicht komplett koffeinfrei, aber deutlich reduziert
  • Geschmack oft etwas milder, je nach Entkoffeinierungsverfahren

Earl Grey auf Grüntee-Basis

  • 20–40 mg Koffein, also etwa halb so viel wie klassischer Earl Grey
  • oft frischer, leichter Geschmack
  • gute Option für den Nachmittag

Rooibos Earl Grey (koffeinfrei)

  • 0 mg Koffein
  • technisch kein Tee, sondern Kräuteraufguss
  • sehr gut geeignet für abends oder für koffeinsensible Personen

Wie viel Koffein steckt in Earl Grey und wie trinkt man ihn sinnvoll?

Earl Grey ist ein klassischer Schwarztee mit Bergamotte-Aroma und enthält damit spürbar Koffein. In der Praxis liegen die meisten Varianten bei etwa 40–60 mg Koffein pro Tasse, abhängig von Teebasis, Blattgrad und Zubereitung.

Wichtig ist die richtige Einordnung:

  • Earl Grey ist nicht so stark wie Kaffee,
  • wirkt aber oft gleichmäßiger und sanfter,
  • und eignet sich besonders gut für Vormittag und frühen Nachmittag.

Wer empfindlich auf Koffein reagiert oder Earl Grey auch später am Tag genießen möchte, kann gezielt steuern: Eine kürzere Ziehzeit, geringere Dosierung, oder der Griff zu entkoffeinierten bzw. koffeinfreien Varianten.

Unterm Strich gilt:
Earl Grey ist kein „Wachmacher um jeden Preis“, sondern ein ausgewogener Tee, der Genuss und Wirkung gut miteinander verbindet – sofern man ihn bewusst zubereitet.

Häufige Fragen zu Earl Grey und Koffein

Wie viel Koffein hat Earl Grey im Vergleich zu Kaffee?

Earl Grey enthält deutlich weniger Koffein als Kaffee. Während eine Tasse Kaffee meist zwischen 80 und 120 Milligramm Koffein liefert, liegt Earl Grey in der Regel bei etwa 40 bis 60 Milligramm pro Tasse. Viele Menschen empfinden die Wirkung zudem als sanfter, da das Koffein im Tee langsamer freigesetzt wird.

Hat Earl Grey mehr Koffein als normaler Schwarztee?

Nein, in der Regel nicht. Earl Grey basiert auf Schwarztee und unterscheidet sich koffeinmäßig kaum von anderen Schwarztees. Unterschiede entstehen eher durch die verwendete Teesorte, den Blattgrad und die Zubereitung als durch das Bergamotte-Aroma selbst.

Enthält die Bergamotte im Earl Grey Koffein?

Nein. Die Bergamotte liefert ausschließlich Aroma und Geschmack. Das gesamte Koffein im Earl Grey stammt aus dem verwendeten Schwarztee.

Kann man Earl Grey abends trinken?

Das hängt stark von der individuellen Koffeinempfindlichkeit ab. Wer sensibel auf Koffein reagiert, sollte Earl Grey eher am Vormittag oder frühen Nachmittag trinken. Für den Abend eignen sich entkoffeinierte Varianten oder koffeinfreie Alternativen wie Rooibos Earl Grey deutlich besser.

Wie lässt sich der Koffeingehalt von Earl Grey beeinflussen?

Der Koffeingehalt lässt sich vor allem über die Zubereitung steuern. Eine kürzere Ziehzeit, eine geringere Dosierung und etwas niedriger temperiertes Wasser führen dazu, dass weniger Koffein in den Aufguss übergeht.

Ist entkoffeinierter Earl Grey komplett koffeinfrei?

Entkoffeinierter Earl Grey ist nicht vollständig koffeinfrei, enthält aber nur noch sehr geringe Restmengen. In der Praxis liegen diese meist bei wenigen Milligramm pro Tasse und sind für die meisten Menschen kaum relevant.

Warum fühlt sich Earl Grey oft milder an als Kaffee?

Das liegt an der natürlichen Kombination aus Koffein und L-Theanin im Teeblatt. L-Theanin wirkt ausgleichend auf das Nervensystem und sorgt dafür, dass das Koffein langsamer aufgenommen wird. Dadurch entsteht ein gleichmäßigeres Wachheitsgefühl ohne starke Nervosität.

Gibt es Earl Grey ganz ohne Koffein?

Ja. Varianten auf Rooibos-Basis sind vollständig koffeinfrei, enthalten aber dennoch das typische Bergamotte-Aroma. Sie sind besonders beliebt bei Menschen, die Earl Grey geschmacklich mögen, aber auf Koffein verzichten möchten.

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Bitte beachte, dass Kommentare vor der Veröffentlichung freigegeben werden müssen.

Diese Website ist durch hCaptcha geschützt und es gelten die allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzbestimmungen von hCaptcha.